Bischof Kuka: Europas Annnäherung an den Islam auf Kosten verfolgter Christen

Bartolomeo Vivarini - Der hl. Johannes von Capestrano (Wikimedia Commons/gemeinfrei)

Der nigerianische Bischof Matthew Kuka hat kritisiert, dass westliche Gesellschaften und die in ihnen lebenden Christen eine Annäherung an den Islam auf Kosten verfolgter Christen in anderen Teilen der Welt betreiben würden. Dadurch würde das Christentum weltweit geschwächt.

  • Politische Repräsentanten ehemals christlich geprägter westlicher Staaten würden sich etwa bei Besuchen in Nigeria demonstrativ mit islamischen Führern treffen, aber Treffen mit Vertretern des Christentums verweigern. Auch Botschafter westlicher Staaten würden Wert darauf legen, auf islamischen Feiern gesehen zu werden, die  Teilnahme an christlichen Feiern aber ablehnen.
  • Durch die Verweigerung selbst rein symbolischer Unterstützung schwäche man die Position der in Nigeria unter besonderem Verfolgungsdruck stehenden Christen zusätzlich und vermittele ihnen die Botschaft, auf verlorenem Posten zu stehen.
  • Unter Muslimen sei im Vergleich dazu auf globaler Ebene ein deutlich stärkerer Zusammenhalt zu beobachten, was sich auch in der politischen Unterstützung islamisch geprägter Staaten für islamische Interessen in Nigeria sowie der Bereitstellung enormer Ressourcen zur Durchsetzung dieser Interessen vorwiegend aus arabischen Staaten äußere.

Hintergrund und Bewertung

Gegenwärtig vollzieht sich die an der Zahl der Opfer gemessen größte Welle von Christenverfolgung in der Geschichte dieser Religion. Verantwortlich dafür sind neben kommunistischen Regimen vor allem islamische Akteure.

  • Die katholischen Patriarchen des Nahen Ostens hatten kürzlich einen allgemein in Europa nicht beachteten  Hilferuf an die Kirche veröffentlicht. In diesem Zusammenhang sprachen sie von einem Verschwinden des Christentums aus der Region in Folge eines planmäßigen Genozids, dem die Welt tatenlos zusehe.
  • Im Zuge der Verbreitung von modernen, utopischen Ideologien in westlichen Gesellschaften wurden auch in der Kirche verbreitet Wertvorstellungen dieser Ideologien übernommen, welche die Parteinahme für das Eigene als unethisch ablehnen. Dementsprechend wird die Herausforderung durch Christenverfolgung von großen Teilen der Kirche Europas nicht angesprochen. Die Entsolidarisierung mit den Verfolgten ist hier nahezu vollständig. Anstrengungen zur Unterstützung verfolgter Christen finden sich nur in Ausnahmefällen, während zunehmend das demonstrative Eintreten für islamische Interessen und die Übernahme islamistischer Narrative auch innerhalb der Kirche zu beobachten ist.

In der Geschichte des Christentums gibt es aber auch andere Beispiele, wie etwas das des hl. Johannes von Capestrano. Dieser hatte im 15. Jahrhundert auf Angriffe gegen die Christen Südosteuropas durch die Osmanen mit einen weithin beachteten Aufruf geantwortet, sich der „Tränen und des Jammers der Völker“ zu erbarmen und den Verfolgern entgegenzutreten. (ts)