Die Pariser Erklärung: Ein Manifest für die Verteidigung Europas

Das christliche Europa - Ausschnitt aus dem Genter Altar (Wikimedia Commons/gemeinfrei)

Eine Gruppe christlich-konservativer europäischer Intellektueller hat vor einigen Tagen ein als „Pariser Erklärung“ bezeichnetes Manifest veröffentlicht, in dem sie die gegenwärtige geistige und kulturelle Lage Europas analysieren und zu seiner Verteidigung gegen die Herausforderungen aufrufen, die es in seiner Existenz bedrohen. Zu den Unterzeichnern gehören mit den Philosophen Robert Spaemann (einem Berater Benedikts XVI.) und Robert Scruton zwei der führenden Stimmen des europäischen Konservatismus der Gegenwart.

  • Die Unterzeichnet kritisieren, dass ein „falsches Europa“ dabei sei, das authentische Erbe Europas sowie seine Kulturen und Nationen zu zerstören. Dieses falsche Europa beruhe auf einer „Kultur der Ablehnung des Eigenen“, strebe nach der Trennung Europas von seinen Wurzeln und sei „unüberwindbar vorurteilsbehaftet gegenüber der Vergangenheit“.
  • Es werde von Akteuren vorangetrieben, die geistig und kulturell heimatlose „Waisen aus eigener Wahl“ seien, einer utopischen Ersatzreligion und einem „Aberglauben an einen unaufhaltbaren Fortschritt“ anhingen und dabei auch ein „falsches Christentum“ für ihre Zwecke konstruiert hätten.
  • Dieses falsche Europa sei dabei, die „Kolonisierung unserer Heimat“ voranzutreiben, einen „pseudoreligiösen Kreuzzug für eine entgrenzte Welt“ zu führen und eine technokratische Tyrannei zu errichten.

Die Verteidiger des eigentlichen, traditionellen Europas müssten jetzt handeln, oder sie würden ihre Heimat verlieren.

Das falsche Europa bedroht uns. […] Die Schirmherren dieses falschen Europas sind […] unfähig, die Fehler jener post-nationalen und post-kulturellen Welt zu erkennen, die sie selber konstruieren. Mehr noch: Sie sind ignorant gegenüber den wahren Quellen der menschlichen Würde, die sie angeblich so hoch schätzen. Sie ignorieren die christlichen Wurzeln Europas, lehnen diese sogar ab. […]
Wir versprechen, dieser Gefahr für unsere Zukunft entgegenzutreten. Wir werden das wahre Europa verteidigen, erhalten und verfechten, jenes Europa, dem wir in Wahrheit zugehörig sind. […] Das wahre Europa ist geprägt durch das Christentum. […] Das wahre Europa ist in Gefahr. […] Unsere Zukunft ist das wahre Europa.

Die geistige Erneuerung Europas erfordere die Zurückweisung der Ideologien des falschen Europas sowie die Wiederanbindung an die geistigen Wurzeln, aus denen Europa einst entstanden sei und zu seiner Kulturhöhe emporwachsen konnte. Europa müsse sich auf seine „tiefe historische Weisheit und seine Traditionen beziehen“, um eine Zukunft zu haben. (ts)

6 Kommentare

  1. Schön…wir haben die Philosophen, die Strategen, Generalstab und Feldherren. Bleibt nur die Frage: Hat irgend jemand die Infanterie gesehen?

    • @Attila Varga
      Dieses Vorhaben ist nur eines von vielen, aber es wächst. Die Resonanz ist deutlich stärker, als hier derzeit sichtbar ist, aber das wird nachgeholt, sobald die derzeit laufenden organisatorischen Vorbereitungen abgeschlossen sind.

  2. ts
    könnte es sein, dass Sie gerade angegriffen werden? Bei direkter Anwahl Ihrer Adresse bekam ich in den letzten Tagen eine Warnung in holprigem Deutsch und heute sind Sie nur über Umwege zu kontaktieren.

    • @Attila Varga
      Es gibt gerade technische Probleme wegen des Umzugs der Seite zu einem anderen Anbieter, aber der Fachmann meint, bis spätestens morgen alles im Griff zu haben.

      • @alle
        Ich spare mir die technischen Details, aber es dauert noch bis zu 72 Stunden, bis alles wieder läuft. Der Zugriff über die neue Domain bundsanktmichael.org läuft auf jeden Fall störungsfrei.

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