Studie: Moscheen als „Plattform zur Etablierung von Gegengesellschaften“

Iwan Aiwasowski - Ansicht Konstantinopels (gemeinfrei)

Eine im Auftrag des staatlichen Österreichischen Integrationsfonds (ÖIF) erstellte Studie hat Predigten in den reichweitenstärksten Moscheen in Wien ausgewertet. Die Autoren stellen fest, dass nur zwei der 16 untersuchten Moscheen Integration fördern würden. In mehr als einem Drittel der untersuchten Moscheen werde hingegen der Integration aktiv entgegen gewirkt.

  • Auf einer von den Autoren erstellten Integrationsskala erreichte keine der untersuchten Moscheen die höchste positive Einstufung. „Emotionale und psychische Verbundenheit mit Österreich und der österreichischen Gesellschaft“ sowie das „Gefühl der Zugehörigkeit zur Gesellschaft“ würden von keiner der Moscheen gefördert oder vertreten.
  • In sechs der untersuchten Moscheen fände eine „dezidierte Abwertung der westlichen Gesellschaft“ sowie „ihrer Werte und ihrer Verfasstheit“ statt. Dort werde der Islam als Gegenmodell zur Kultur Europas dargestellt.

Die Studie sei zwar nicht repräsentativ, aber aufgrund der Auswahl der untersuchten Moscheen aussagekräftig, was die vorherrschenden Tendenzen innerhalb des Islams in Österreich anginge.

Die Herausgeber der Studie sprachen vor dem Hintergrund der Ergebnisse von Tendenzen der Nutzung von Moscheen „als Plattform zur Etablierung von Gegengesellschaften“ sowie zu deren Nutzung zur Verbreitung islamistischer Ideologie. Solche Moscheen seien zudem mitverantwortlich für die „Bildung von desintegrativen Milieus“.

Hintergrund und Bewertung

Ein kürzlich erschienenes Buch des Journalisten Constantin Schreiber über Predigten in Moscheen in Deutschland ergab ein ähnliches Bild wie die österreichische Studie.

In Westeuropa verfügen Organisationen, die nicht integrierbare oder konflikthaft agierende Strömungen des Islams repräsentieren und entsprechend ausgerichtete Moscheen betreiben, über enorme finanzielle Ressourcen und operieren häufig mit der Unterstützung staatlicher oder halbstaatlicher Stellen aus Ländern wie Saudi-Arabien, Kuwait, Katar und der Türkei.

  • Einige europäische Regierungen versuchen dem durch die Schaffung eines integrationskompatibleren Staatsislams zu begegnen, was unter Muslimen in Europa jedoch auch aufgrund der geringen religiösen Glaubwürdigkeit solcher Konzepte auf deutlich schwächere Resonanz stößt als etwa islamistische Tendenzen.
  • Diese religiösen Glaubwürdigkeitsdefizite entstehen sowohl aus der primär politischen Absicht, die hinter diesen Konzepten steht, als auch daraus, dass viele ihrer Vertreter vor allem eine Legitimation ihrer säkularen Lebensweise anzustreben scheinen und nicht aus einer religiösen Motivation heraus handeln.
  • Liberale Strömungen im Islam würden laut dem Islamwissenschaftler Loay Mudhoon in Deutschland nur von „Einzelpersonen“ unterstützt. Der liberale Islam sei eine „Schimäre“, auf den man unrealistische Hoffnungen setze. Seine Vertreter sind unter Muslimen weitgehend isoliert und stoßen bei diesen überwiegend auf ablehnende bis feindselige Reaktionen.

Die dominanten Strömungen im Islam in Deutschland und Europa stellen zudem allgemein ein Integrationshindernis dar, wie eine im Auftrag der Deutschen Islamkonferenz erstellte Studie zeigte. Demnach nehme der Grad der Integration von Muslimen in Deutschland mit dem Grad ihrer Religiosität ab. Laut einer Studie des Bundesministeriums des Innern sei in diesem Zusammenhang zunehmend islambezogene Integrationsverweigerung sowie offensive Ablehnung deutscher Kultur vor allem unter jüngeren Muslimen in Deutschland zu beobachten.

Laut einer Studie des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsens (KFN) nehme bei Muslimen außerdem mit zunehmender Religiösität die Bereitschaft zu prosozialem Verhalten ab, während ihre Auffälligkeit bei Gewaltdelikten zunehme. Die Autoren erklären dies unter Rückgriff auf eine These des Religionswissenschaftlers Rauf Ceylan damit, dass islamische Religiosität eng mit einer zur Gewalttätigkeit neigenden „Machokultur“ verbunden sei. Der für die Studie verantwortliche Kriminologe Christian Pfeiffer führte die Weitergabe dieser Gewaltkultur auch auf das Wirken von Imamen und Moscheen in Deutschland zurück. (ts)

1 Kommentar

  1. “Men exist only by what distinguishes them: clan, lineage, history, culture, tradition… Every civilisation has its truths and its gods, all respectable so long as they do not threaten our existence.”

    Dominique Venner, The Shock of History.

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