Orthodoxes Judentum: Aufruf an die katholische Kirche zum vereinten Kampf gegen den Islamismus

Cosimo Rosselli (zugeschrieben) - Die Überquerung des Roten Meeres (Wikimedia Commons/Gemeinfrei)

Mehrere Organisationen jüdisch-orthodoxer Rabbiner, die zusammen den Großteil der orthodoxen Juden der Welt repräsentieren, haben in einem an Papst Franziskus gerichteten Schreiben zu einer strategischen Partnerschaft zwischen Judentum und katholischer Kirche bei der Abwehr der Bedrohung durch den Islamismus aufgerufen.

In der kürzlich veröffentlichten Erklärung heißt es:

Wir rufen die Kirche dazu auf, sich uns in unserem intensiver werdenden Kampf gegen das neue Barbarentum unserer Generation anzuschließen, nämlich die radikalen Strömungen im Islam, welche die globale Sicherheit bedrohen und dabei moderate Muslime nicht ausnehmen. Dies bedroht den Weltfrieden im Allgemeinen sowie die christliche und die jüdische Gemeinschaft im Besonderen. Wir rufen alle Menschen guten Willens dazu auf, sich im Kampf gegen dieses Übel zusammenzuschließen.

Ungeachtet der vorhandenen theologischen Differenzen würden orthodoxe Juden katholische Christen als „Partner, enge Verbündete und Brüder“ bei der gemeinsamen Aufgabe des Einsatzes für eine sicherere Welt betrachten.

Zudem wird in der Erklärung angesichts des Erstarkens radikaler laizistischer Tendenzen in westlichen Gesellschaften zu gemeinsamen Anstrengungen bei der Sicherstellung von Religionsfreiheit aufgerufen.

Hintergrund

Anlass des Aufrufs ist die vor rund 50 Jahren während des Pontifikats von Papst Paul VI. erfolgte Veröffentlichung der Enzyklika Nostra Aetate. Diese hatte die Grundlage für einen vertieften Dialog zwischen Judentum und katholischer Kirche geschaffen. (ts)