Kardinal Sarah: Der drohende Tod Europas

Caspar David Friedrich - Abtei im Eichwald (Wikimedia Commons/gemeinfrei)

In einem schon etwas länger zurückliegenden Gespräch, das bislang im deutschsprachigen Raum nur wenig beachtet wurde, äußerte Robert Kardinal Sarah seine Sorge um Europa. Es drohe nicht nur der Kultur, sondern auch den Menschen des Kontinents der Tod durch Trennung von ihren Wurzeln und Abbruch der Weitergabe ihres Erbes. Gegenüber französischen Medien sagte er:

[D]ie größte Sorge besteht darin, dass Europa den Sinn für seine Ursprünge verloren hat. Es hat seine Wurzeln verloren. Und ein Baum, der keine Wurzeln hat, stirbt ab. Ich habe Angst, dass der Westen stirbt. Es gibt viele Anzeichen dafür. Niedrige Geburtsraten. Und ihr seid schließlich von anderen Kulturen überströmt, von anderen Völkern, die euch fortschreitend in ihrer Zahl dominieren und eure Kultur vollkommen verändern werden, eure Überzeugungen, eure Werte.

Europa könne hingegen eine Zukunft haben, wenn es zu seinen Wurzeln zurückfinde. In Teilen Europas sei der Glaube noch nicht tot.

Hintergrund

Der aus Guinea stammende Robert Kardinal Sarah gilt als eine der wichtigsten Persönlichkeiten in der katholischen Kirche der Gegenwart und als ein möglicher Kandidat für das Amt des Papstes. Papst Benedikt XVI. hatte Kardinal Sarah in einer seiner wenigen öffentlichen Äußerungen nach seiner Emeritierung 2017 als „geistlichen Lehrer“ bezeichnet.

Kardinal Sarah ist bereits mehrfach durch Stellungnahmen zur Krise Europas in Erscheinung getreten, in denen er den Ernst der Lage mit besonders deutlichen Worten betont hatte, und die wir hier zusammengestellt haben.

Ähliche Warnungen äußerten zuletzt auch andere Vertreter der katholischen Kirche:

  • Der emeritierte Papst Benedikt XVI. hatte 2016 gewarnt, dass das Christentum in Europa durchaus erlöschen könnte, „wenn andere Bevölkerungsschichten es neu strukturieren“. Zuvor hatte er gesagt, dass in Folge des „Absterben[s] der tragenden seelischen Kräfte […] auch ethnisch Europa auf dem Weg der Verabschiedung begriffen erscheint“.
  • Der Wiener Christoph Kardinal Schönborn sagte im Sommer 2017, dass man nicht ausschließen könne, dass das Christentum in Europa langfristig dessen Schicksal in dim er Türkei und in Nordafrika teilen und weitestgehend verschwinden werde. Er warnte zudem vor Islamisierungstendenzen in Europa: „Wird es jetzt einen dritten Versuch einer islamischen Eroberung Europas geben? Viele Muslime denken und wünschen sich das und sagen: Dieses Europa ist am Ende.“ Der Kontinent habe sein christliches Erbe verschleudert wie der verlorene Sohn das Vermögen seines Vaters.
  • Der amerikanische Erzbischof Charles Joseph Chaput warnte im Juli 2017 vor einem drohenden demographischen Erlöschen Europas und einer möglichen islamischen Zukunft des Kontinents.
  • Der frühere französische Militärbischof und aktuelle Straßburger Erzbischof Luc Ravel warnte im Juli 2017 vor den Folgen der demographischen Entwicklung und der damit verbundenen Islamisierungsprozesse für das Christentum in Europa.
  • Der österreichische Bischof Alois Schwarz warnte im April 2017 vor den langfristigen Folgen islamischer Zuwanderung, der demographischen Entwicklung und abnehmender religiöser Bindungen für das christliche Europa und sprach von einem „sterbenden Kontinent“.
  • Der katholische Theologe George Weigel sprach 2017 von einem „demographischen Selbstmord“ Europas.

Diese Warnungen stimmen mit Erkenntnissen von anderer Seite überein. Der Historiker Walter Laqueur sprach bezüglich der Folgen der demographischen Krise von den „letzten Tagen Europas“. Für den Kontinent gehe es „ums Überleben“. Der Bevölkerungswissenschaftler Herwig Birg warnte vor einem „drohendem Kulturabbruch“ mit langfristig irreversiblen Folgen für Europa sowie von einer einer „demographischen Jahrhundertkatastrophe“. Der Genozidforscher Gunnar Heinsohn sprach vor einem drohenden „Finis Germaniae“.

Weitere Informationen zum Thema finden sich auf unserer Portalseite Demographie. (js/ts)

12 Kommentare

  1. Große Religionen sind immer das Produkt von Synthesen, gerade deshalb können sie von Menschen verschiedener Stämme oder Ethnien akzeptiert werden. Bei der nordeuropäischen Religion waren aller Wahrscheinlichkeit nach die Wanen die Götter der Trichterbecherkultur, die Asen jene der Schnurkeramiker. Als sich die Träger dieser Kulturen verbanden, entstand das Ursubstrat des Germanentums und einer neuen, einigenden Religion.
    Die Juden beklagen die ägyptische und babylonische Gefangenschaft, doch trugen die Aton-Religion und die sumerisch-chaldäische Mythologie zur Entwicklung des Judentums bei.
    Gelegentlich versprachen germanische Gemeinschaften am Vorabend einer Schlacht, im Falle eines Sieges Beute und Gefangene den Göttern zu opfern. Chlodwig folgte dieser Logik, als er versprach, im Falle seines Sieges gegen die Alamannen sich und seine Gefolgschaft taufen zu lassen. Chlodwig führte damit den Katholizismus in die germanische Welt ein und germanisierte gleichzeitig den abendländischen Katholizismus.
    Als die Ungarn zu Christen wurden, übernahmen sie sogar den Namen ihres Himmelsgottes, Isten, als Namen für den Gott der Heiligen Schrift.
    Ich kenne keine schönere Bezeichnung für Europa als Christliches Abendland.

    • @Attila Varga
      Den Verweis auf den Einfluss u.a. der Aton-Religion auf das Judentum finde ich sehr interessant, weil diese dann über Umwege auch in die Tradition des Christentums bzw. Europas mit eingegangen wäre und die geistigen Wurzeln dieser Tradition somit mindestens rund 3500 Jahre weit zurückreichen würden und nicht nur die 2500 Jahre, die man ihr allgemein zugesteht.

      @Aufklärung
      In den nächsten Tagen erscheint hier ein Beitrag, der am Beispiel eines Renaissance-Papstes und seinen Gedanken über die umfassende, körperliche und geistige Ausbildung des Adels mit dem Ziel höherer Tauglichkeit im Kampf gegen osmanische Invasoren auf Vorstellungen der griechischen Antike und deren Ideal männlicher, kämpferischer Tugend zurückgriff. Das aber nur am Rande als Kommentar zur ihrer These zur angeblichen Zerstörung des geistigen Erbes Europas durch das Christentum.

      • Die babylonische Gefangenschaft ist historisch gut belegt und auch die ägyptische ist kein Mythos.
        Bei der Hafen-und Karawanenstadt Hut Waret-Avaris existierte bereits 1850 v.Ch. ein Karum (Emporium), in dem semitische Kaufleute, Seefahrer, Spediteure, Handwerker aus der Levante lebten. Während der Herrschaft der amoritisch-hurritischen Hyksos- Heka Chesut/Khasut ca. 1720-1550 war Avaris Hauptstadt Unterägyptens.Bei den Hyksos-Herrschern trat der Name YAKUB-JAKOB auf.
        Nach der Vertreibung der Hyksos blieben amoritische Unterschichten im östlichen Nil-Delta (um Avaris) und auf Sinai, Amoriter dienten als Söldner und waren am Karawanenhandel beteiligt.
        Seit dem 14.Jh. unterschieden die Ägypter zwischen „Schasu“ (freie Nomaden und Räuber in den Wüsten und Bergen östlich von Ägypten) und den APIRU (akkadisch Habiru), unseren Hebräern. Dabei handelte es sich um arme Nomaden, entwurzelte Bauern, Reste zerschlagener Stämme und Nachkommen von Kriegsgefangenen. Diese lebten sowohl innerhalb als auch außerhalb Ägyptens, gelegentlich wurden sie bekämpft.
        Unter Amenophis II. und Thutmosis IV. wurden Kanaaniter, Schasu, Apiru, Hurriter, Leute aus Nuchasche (Nordsyrien) und Gezer in großer Zahl nach Ägypten deportiert.
        Zur Zeit der Ramsesiden verschmolzen die Begriffe Apiru und Schasu, in den Quellen tauscht der biblische Stamm ASSER auf, der von den Ägyptern als Apiru und Schasu gleichermaßen bezeichnet wurde.
        Ramses II. (1279-1213) ließ von Apiru-Knechten die Residenz-Stadt Pi-Ramesse bauen,
        zahlreiche Semiten lebten in Ägypten als Soldaten, Beamte, Kaufleute, freie Arbeitskräfte und Sklaven.
        Merenptah (1213-1204) war der Drittgeborene von Ramses II. In seiner Zeit taucht der Völkername Israel zuerst auf. Auf Merenptah folgte sein Sohn Sethos II.(1204-1198). Ein weiterer Sohn Merenptahs hieß AMENMESSE/ AMUN MASESA/ MOSE. Dieser diente als Vizekönig in Kusch/Nubien (laut AT hatte Moses eine kuschitische Ehefrau). 1203 v. Ch. erhob sich der Vizekönig gegen Sethos II.. Die weiteren Quellen zu Mose wurden in Ägypten von Sethos II. und seinen Nachkommen gelöscht, in seinem Grab im Tal der Könige sind lediglich zwei Frauen bestattet, die Dekoration wurde rituell zerstört. Doch der Historiker Manetho (ca. 300 v.Ch.) bezeichnete den biblischen Mose als Sohn von Ramses II. Schwester Thermutis/ Tachat, nach dem Midrasch Rabba war Mose Ägypter, bei Philon und Flavius Josephus ein Prinz von Ägypten.
        Zwei der Zwölf Stämme Israel sind mit Ägypten und Mose eng verbunden, Ephraim und Manasse. Laut dem AT war Joschua Anführer des Stammes Ephraim, Joschua taucht als semitischer Feldherr mit Namen Irschu in ägyptischen Quellen auf. Irschu rebelliert gegen Ramses III. (1188-1156) und wird „vertrieben“.
        Amenophis IV. (1353/1340- 1336/1324) nannte sich Echnaton und machte aus dem Aton-Kult eine Staatsreligion, welche eine Vorstufe zum Monotheismus darstellte. Sein junger Sohn Tut Ench Aton stand unter dem Einfluss des Ministers Eje, der die Aton-Religion wieder unterdrückte, Tut Ench Aton musste sogar seinen Namen in Tut Ench Amun ändern, nach seinem frühem Tot usurpierte Eje den Thron.
        Schon früh wurde darauf hingewiesen, dass die verfemte Aton-Religion Einfluss auf die semitischen Unterschichten in Ägypten hatte (man denke an die Anziehungskraft des Christentums auf die Sklaven in Rom). Als dann die Stämme Ephraim und Manasse als Folge der Aufstände von Mose und Irschu Ägypten verließen und sich mit anderen Stämmen zu einem Bund zusammenschlossen, setzte ein langer Prozess ein, der zum monotheistischen Judentum führte. Diese These wird gestützt durch die Figur des biblischen Satans, die stark von der ägyptischen Doppelgottheit Seth (ein gefallener Gott/Engel)-Apophis (die Chaosschlange) geprägt ist.

  2. Die Wurzeln der christlichen Kultur liegen nicht in Europa, sondern im nahen Osten. Für die von Kardinal Sarah beklagte Trennung von unseren Wurzeln und den Abbruch der Weitergabe unseres Erbes ist ganz allein das Christentum verantwortlich, das gezielt unsere europäische, dh also indoeuropäische Spiritualität und Kultur vernichtet hat. Wobei wir in Deutschland wenigstens noch unsere Sprache bewahren konnten im Gegensatz zu unseren keltischen Nachbarn in Frankreich, deren Sprache die Kirche verdrängte und durch Latein ersetzte (siehe Alexander Demandt „Die Kelten“).
    Was blieb von den Kelten übrig nach Verlust ihrer Sprache?

    • @Aufklärung
      Ihr Einwand steht offenbar im Kontext der im 19. Jahrhundert entstandenen Strömung der Kritik am Christentum, die diesem die Zerstörung der ursprünglichen, antik-heidnischen Spiritualität Europas vorwirft. Dabei wirft diese Kritik jedoch einige Fragen auf:
      – Wie kann das Christentum „ganz allein“ für den „Abbruch der Weitergabe unseres Erbes“ verantwortlich sein, wenn es ca. 1500 Jahre lang Träger dieses Erbes war und dieses wesentlich geformt und entwickelt hat?
      – Andere Strömungen der Kritik am Christentum werfen diesem vor, dass es nicht mehr mit seiner ursprünglichen Form identisch sei, weil es u.a. römische, griechische und andere Elemente der vorchristlichen Kulturen, auf die es stieß, assimiliert habe. Diese Kritiker können dafür zahlreiche Beispiele anführen, was von katholischer Seite auch nicht bestritten wird. Wie passt dies mit ihrer Behauptung zusammen, dass das Christentum die ursprüngliche europäische Spiritualität „vernichtet“ habe, die selbst nach Aussage von Kritikern des Christentums doch in ihm (nach katholischer Sicht in vollendeter Form) weiterlebe?
      – Da Sie sich positiv auf das indoeuropäische Erbe Europas beziehen und Sprache in diesem Zusammenhang als wesentlichen Träger von Kultur identifizieren: Die Sprachen der christlichen Tradition, nämlich Latein und Altgriechisch, sind unter den erhaltenen Sprachen diejenigen, die der ursprünglichen indoeuropäischen Sprache am nächsten sind. Dem Christentum eine Zerstörung des indoeuropäischen Erbes vorzuwerfen und gleichzeitig zu behaupten, dass dies u.a. durch die Verwendung der lateinischen Sprache geschehen sei, erscheint daher als widersprüchlich.

      Ansonsten ist der Begriff „Naher Osten“ ein moderner geographischer Begriff, der nicht der kulturellen Realität der antiken Welt entspricht. Das Christentum entstand in diesem Sinne nicht im Nahen Osten, sondern an der Peripherie des antiken europäischen Kulturraums, wobei wesentliche Protagonisten seiner Frühzeit wie der hl. Paulus der griechischen Kultur zuzurechnen waren und die wichtigsten Gemeinden des frühen Christentums außer in Jerusalem vor allem im hellenisch-geprägten Teil des östlichen Mittelmeerraums sowie in Rom entstanden. Der Versuch, das Christentum geographisch aus dem europäischen Kulturraum auszugemeinden, entspricht also nicht den historischen Gegegebenheiten.

      Im Übrigen beruhen auch die im 19. Jahrhundert entstandenen Versuche, das mutmaßlich vorchristliche Erbe Europas wiederherzustellen, hauptsächlich auf christlicher Überlieferung (etwa der durch christliche Mönche niedergeschriebenen Edda). Diese Entwürfe können sich nicht auf eine eigene Tradition stützen bzw. diese nur aus dem durch das Christentum weitergegebenen Erbe versuchen zu rekonstruieren, was der Behauptung widerspricht, dass das Christentum diese zerstört habe.

    • @Aufklärung
      Die von Morbrecht formulierten Fragen an das Neuheidentum kann man weiterführen. Zum Beispiel: Wenn das Christentum für den Abbruch des europäischen Erbes verantwortlich ist, wie konnten dann ein europäisches Bewusstsein und eine gemeinsame europäische Kultur dann im Zuge der Christianisierung des Kontinents entstehen? Wenn die Neuheiden Recht hätten, dann hätte es dieses europäische Bewußtsein vor der Christianisierung geben müssen, und es hätte mit ihr verschwinden müssen. Das Gegenteil ist aber der Fall.

  3. Zu Papst Franziskus:

    Man sollte sich nicht zu sehr mit den persönlichen Eigenheiten des aktuellen Amtsträgers beschäftigen, denn wichtiger scheint mir zu sein, die ihn tragenden Kräfte zu erkennen – und auch jene innerkirchlichen Kräfte, die ihn nicht stützen, wie z.B. die Kardinäle Sarah und Müller.
    Von wem wurde er warum gewählt?!
    Welchen Einfluss hatten oder haben außerkirchliche Kreise?
    Dazu gibt es ja Anhaltspunkte, die hier wohl auch den meisten Lesern bekannt sein dürften …
    https://philosophia-perennis.com/2017/02/06/wikileaks-papst-franziskus/

    Natürlich ist die katholische Kirche in Summa viel mehr als ein Papst und Franziskus wird kaum die Fülle des Kirchenrechts außer Kraft setzen können!

    Andererseits befinden wir uns in einer Phase beschleunigter Prozesse und krisenhafter Zuspitzung, sodass das ganz konkrete Handeln der Kirchenleitung eine weit größere Wirkmächtigkeit entwickeln könnte als die Masse der Tradition … Mit anderen Worten: Der Mann ist vielleicht doch problematischer und gefährlicher als man denkt.

  4. Mich wundert beim Jesuitenpapst gar nichts mehr. Der Usurpator zieht seine Agenda durch und die satt und faul gewordene Amtskirche schleimt hinterher. Katholiken sollten trotzdem nicht austreten, denn genau dies ist der Plan. Die Gegenbewegung wird kommen, Franziskus und seine Eunuchen sind bestenfalls Soziologen und keine Geistlichen, die echte Hingabe bei ihren Anhängern wecken können. Auf diesem verseuchten Acker werden keine Gläubigen vom Schlag der Chouans, Sanfedisti, Tiroler Schützen oder Cristeros wachsen.Vielleicht kommt der nächste Papst aus Guinea…

  5. Papst Franziskus ist besorgt, dass einige Katholiken in Europa „die kulturelle Identität und usprüngliche Religion bewahren wollen, wörtlich:

    „Mich besorgt noch mehr die traurige Feststellung, dass unsere katholischen Gemeinschaften in Europa nicht frei von solchen Abwehr- und Ablehnungsreaktionen sind, die sie mit einer nicht weiter definierten ,moralischen Verpflichtung‘ rechtfertigen, die kulturelle Identität und ursprüngliche Religion zu bewahren.“

    http://de.radiovaticana.va/news/2017/09/22/papst_besorgt_%C3%BCber_fremdenfeindlichkeit_innerhalb_der_kirche/1338373

    • Es fällt schwer, diese Aussage einzuordnen. Franziskus hat in der Vergangenheit schon komplett Gegenteiliges geäußert:

      – Im Juli 2017 sagte Franziskus, dass die Voraussetzung für Frieden unter den Völkern die Achtung der eigenen Identität ebenso wie die Achtung Identität von Fremden sei (http://www.kath.net/news/56143).
      – Im November 2014 sagte Franziskus vor dem Europaparlament, dass es Aufgabe der Regierungen Europas sei, „die europäische Identität zu bewahren“, und dass Migration nur dann gelingen könne wenn sie dieser Aufgabe nachkämen. (https://w2.vatican.va/content/francesco/de/speeches/2014/november/documents/papa-francesco_20141125_strasburgo-parlamento-europeo.html)

      Diese beiden Aussagen waren nicht nur gemeinwohlkompatibel, sondern auch in Einklang mit den relevanten Aussagen zur Soziallehre u.a. im Katechismus. Die neue Aussage ist es hingegen kaum. Ganz davon abgesehen, dass es für einen Papst eine gelinde gesagt merkwürdige Position wäre, wenn er sich am Einsatz zur Aufrechterhaltung des christlichen Erbes generell stören würde.

      Dieser Beobachter der Kirche sieht in den häufigen inneren Widersprüchen und Unklarheiten bei Äußerungen von Franziskus ein Muster:
      https://www.nytimes.com/2017/09/20/opinion/catholic-church-pope-francis.html

      Franziskus denke wenig theologisch und äußere sich eher aus dem Gefühl heraus, wobei er letzlich jedem sage, was er hören wolle. Ein Theologe, mit dem ich kürzlich über diese Dinge sprach, kritisierte, dass Franziskus selten theologisch argumentieren sondern sich vorzugsweise am Rande von Reisen in spontanen kurzen Sätzen äußere, bei denen der Kontext leicht verloren gehe. Er empfahl, als Katholik sollte man im Zweifelsfall davon ausgehen, dass das, was er sagte, im Rahmen der Lehre der Kirche zu interpretieren sei.

      Ansonsten kann man nur hoffen, dass der nächste Papst sich klarer und widerspruchsfreier zu den Herausforderungen unserer Zeit äußern wird.

  6. Ergänzend sei auf folgendes Gespräch verwiesen, das um 2010 herum geführt (secret.TV) und letztes Jahr auf YouTube hochgeladen wurde:

    Von der Multiminoritätengesellschaft bis zum Ethnosuizid der Deutschen

    Prof. Dr. Jost Bauch im Gespräch mit Michael Friedrich Vogt

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