Matthias Matussek: „Der grauenhafte Verfall des Protestantismus“

Rembrandt - Christus im Sturm auf dem See Genezareth (Wikimedia Commons/gemeinfrei)

In der aktuellen Ausgabe des Magazins Tumult schreibt der Journalist und Publizist Matthias Matussek über aktuelle Entwicklungen im Protestantismus in Deutschland, die er als „grauenhaften Verfall“ bewertet.

  • Aus der protestantischen Reformation sei eine „Deformation“ geworden, die sich gegen ihre eigenen Wurzeln gewendet habe, und in deren Verlauf säkulare Ideologien die ursprüngliche Religion weitestgehend überformt hätten.
  • Als ein Beispiel für entsprechende „Abbrucharbeiten“ führt er die Position der protestantischen Bischöfin Petra Bosse-Huber an, die kürzlich erklärt hatte, dass das biblische Menschenbild von Mann und Frau „auszurotten“ sei.
  • Der Protestantismus in Deutschland werde zunehmend geprägt von „modernen Gottlosen“, die nach der Zerstörung des „orthodoxen Rahmens“ nun „ihre eigenen vielfältigen und peinlich dürftigen Kirchen“ vor allem auf der Grundlage von utopischen Vielfaltsideologien konstruieren würden.

Hintergrund

Matusseks Beobachtungen beziehen sich dabei vor allem auf den öffentlich-rechtlichen Protestantismus in Deutschland, deren geistige Lage besonders problematisch ist, während die protestantischen Freikirchen meist in besserer Verfassung sind.

Der Beitrag Matusseks ergänzt die in der aktuellen Ausgabe des Magazins Cicero erschienene Analyse Sophie Dannenbergs über Auflösungserscheinungen, welche die beiden großen christlichen Konfessionen in Deutschland auf ähnliche Weise betreffen würden.

Der emeritierte Papst Benedikt XVI. äußerte sich in diesem Zusammenhang im Sommer dieses Jahres besorgt, was die Lage der katholischen Kirche angeht. Er verglich die Kirche mit einem Boot, das „schon fast zum Kentern angefüllt ist.“ (ts)