Studie: Islamismus und Islamisierungstendenzen unter muslimischen Schülern in Berlin

Gentile Bellini - Sultan Mehmed der Eroberer (Wikimedia Commons/gemeinfrei)

Das Berliner Büro des „American Jewish Committee“ (AJC) hat kürzlich eine Studie über islambezogene Herausforderungen an Berliner Schulen vorgelegt. Die Studie, die sich schwerpunktmäßig mit dem unter muslimischen Jugendlichen stark verbreiteten Antisemitismus auseinandersetzt, dokumentiert darüberhinaus auch zahlreiche Beobachtungen, die im Zusammenhang mit der Analyse strategischer Herausforderungen für das Christentum relevant prsind.

  • Der Grad der Integration nehme unter muslimischen Jugendlichen tendenziell ab. Diese würden ihre Identität verstärkt unter Bezugnahme auf islamische Identitätskonzepte (und weniger und Bezugnahme auf ethnische Identität) zunehmend im Gegensatz zur deutschen und europäischen Kultur und Gesellschaftsordnung definieren. Eine Identitätswahrnehmung unter Bezugnahme auf Konzepte einer „toleranten, pluralistischen und demokratischen Gesellschaftsordnung“ spiele hingegen eine immer geringere Rolle.
  • Ein Lehrer beziffert den Anteil islamistischer Schüler an einem Jahrgang mit rund 30-40 Prozent. Islamisierung vollziehe sich dabei ausgehend von Meinungsführern, die mutmaßlich an Moscheen oder angegliederten Einrichtungen ausgebildet würden und auch als „Moralwächter“ auftreten und das Verhalten anderer Schüler kontrollieren würden.
  • Diese Entwicklung sei mit zunehmender Feindseligkeit gegenüber Nichtmuslimen sowie nichtislamistischen Muslimen verbunden, die zunehmend unter Druck seitens muslimischer Jugendlicher an Schulen geraten würden. Lehrer berichten in diesem Zusammenhang von einer zunehmend aggressiven Stimmung gegen Deutsche, Europa, Christen und anderen Nichtmuslimen. Nichtmuslimische Schülerinnen bzw. solche, die sich nicht entsprechend islamischer Bekleidungsvorschriften kleiden würden, würden verbreitet als „Huren“ und „Schlampen“ angegriffen.
  • Unter muslimischen Jugendlichen sei zudem eine hohe Gewaltbereitschaft zu beobachten. An einigen Schulen hätten Mehrheiten unter muslimischen Schülern islamistische Anschläge wie den auf die französische Zeitschrift Charlie Hebdo befürwortet. Bei der Ansprache von Themen mit Bezug etwa zum Judentum im Unterricht würde es eine „kleine Intifada im Klassenraum“ geben.
  • Verschwörungstheorien, mit denen Muslime das Scheitern in westlichen Gesellschaften zu erklären versuchen in dem sie diese dafür verantwortlich machen, seien unter muslimischen Jugendlichen sehr verbreitet. Dabei gäbe es auch antichristliche Verschwörungstheorien, die etwa von einer Verschwörung von „Tempelrittern“ gegen den Islam und die Muslime ausgehe.
  • Anhaltende Migration aus nichteuropäischen Gesellschaften, in denen entsprechende kulturelle Vorstellungen noch stärker verankert seien als unter den in Europa aufgewachsenen Muslimen der letzten Generation, würden diese Herausforderungen weiter verschärfen.

Bewertung und Folgerungen

Die Studie belegt erneut, dass Islamismus unter Muslimen kein Phänomen ist, das nur eine kleine Minderheit betrifft. Weiterhin zeigt die Studie, dass entsprechende Strömungen unter Muslimen in Deutschland weiter erstarken, während Gegenbewegungen unter Muslimen kaum relevant sind und keine Perspektive für eine Umkehr der beobachteten Tendenzen erkennbar ist.

Die Beobachtungen der im Rahmen der Studie befragten Lehrer geben einen Ausblick auf die Herausforderungen, denen Christen und andere Nichtmuslime angesichts von Migration und demographischer Entwicklung in weiten Teilen Westeuropas künftig in immer größerem Maße gegenüberstehen werden. Wichtige politische Fragen wie etwa die, wie freiheitliche Gesellschaftsordnungen unter diesen Bedingungen langfristig aufrechterhalten werden können, sind dabei weiterhin offen. Vor allem aber ist die Frage offen, wie christliches Leben in Deutschland künftig angesichts dieser Herausforderungen gestaltet werden kann. Entsprechende Antworten sollen auch im Rahmen unseres Projekts entwickelt werden. (ts)