Religionsentwicklung in Deutschland: Die islamische Zukunft Berlins

Gentile Bellini - Sultan Mehmed der Eroberer (Wikimedia Commons/gemeinfrei)

Der Journalist Gunnar Schupelius analysiert in einem Beitrag in der Berliner Zeitung aktuelle Entwicklungen zur Religionsentwicklung in Berlin. Demnach werde sich der Islam innerhalb der nächsten 30 Jahre bei anhaltendem Trend zur kulturell dominierenden Religion in der Stadt entwickeln.

Der Protestantismus sei traditionell die kulturell prägende Konfession in Berlin gewesen. Der Anteil der Protestanten sinke jedoch rausch. Während er 1992 noch 26 Prozent der Bevölkerung ausgemacht habe, würden aktuell nur noch 12 Prozent der Jugendlichen in Berlin und Brandenburg konfimiert, die zudem überwiegend nur über schwache religiöse Bindungen verfügen würden und meist keine praktizierenden Christen seien.

  • Der statistisch nicht exakt erfasste Anteil der Muslime an der Bevölkerung Berlins nehme hingegen rasch zu, was sich im Verlauf der aktuellen Migrationswelle noch beschleunigen werde. Muslime würden zudem im Durchschnitt jünger sein, höhere Geburtenraten aufweisen und über stärkere religiöse Bindungen verfügen.
  • Innerhalb der kommenden 20 bis 30 Jahre werde der Islam daher nicht nur zur anhängerstärksten, sondern auch zur kulturell dominierenden Religion in Berlin werden.

Bewertung und Folgerungen

Angesichts von ausbleibenden Integrationserfolgen bei wesentlichen Teilen der muslimischen Bevölkerung in Deutschland und dem anhaltenden Erstarken problematischer Tendenzen innerhalb des Islams wird diese Entwicklung überwiegend negative Folgen für die christliche und andere nichtmuslimische Bevölkerung Berlins haben, wie die Lage an anderen Orten mit islamischen Bevölkerungsmehrheiten zeigt. Diese Folgen werden bei anhaltender Tendenz langfristig bestehen bleiben und sich weiter verstärken.

Die in Berlin zu beobachtende Entwicklung vollzieht sich dabei zeitversetzt auch in anderen Städten in weiten Teilen Westeuropas. Entsprechende Islamisierungsprozesse sind dabei schwerpunktmäßig in sozial schwachen Stadtteilen zu beobachten, wo die islamischen Bevölkerungsanteile sich konzentrieren und hinzukommende Muslime sich vorwiegend ansiedeln. Der parallel dazu stattfindende Fortzug der nichtmuslimischen Bevölkerungsanteile aus solchen Räumen aufgrund der für sie schlechter werdenden Lage verstärkt solche Entwicklungen dabei.

Das Ergebnis solcher Prozesse ist die zunehmende Herausbildung von Räumen, deren Bedingungen denen ähneln, wie sie etwa im belgischen Molenbeek zu beobachten sind, wo solche Prozesse gegenwärtig weiter fortgeschritten sind als in deutschen Städten.

Die Folgen solcher Entwicklungen für Christen in Deutschland besser zu verstehen und christliches Leben unter solchen Bedingungen zu gestalten ist eine Herausforderung, die Gegenstand eines der künftigen Dienstvorhabens unseres Projekt sein wird. (ts)

2 Kommentare

  1. Der Text von Schupelius ist – von seiner vorsorglichen pc-Erklärung („Das würde mich nicht stören, denn ich halte …“) abgesehen – ja er recht sachlich und zutreffend.

    Da ist also jemand, dem jetzt (jetzt erst ?!?!! …) wirklich zu dämmern beginnt, wo der Zug hinfährt.
    Ein gewisses Bedauern macht sich nun in dem Manne breit, ja, er ermuntert die Leser sogar dazu, ihm zu schreiben. Tiefergehende Sorgen, die er vielleicht doch hat, verschweigt er schamhaft und versteckt sein Unbehagen allein unter der bevorstehenden Minderheitenposition, ja der Nischenrolle der christlichen Kirchen.
    Auch das ist charakteristisch für die gegenwärtige Lage, die man bei den Gutmenschen vielleicht als die „Phase der beginnenden Verunsicherung“ benennen könnte.

    @ Attila Varga (a.a.O.)
    Wenn man solche Zahlen liest wie hier im Artikel und die anhaltende Grenzöffnung hinzunimmt, dann kommen mir doch gewisse Zweifel, ob Sie damit richtig liegen, dass unsere globalistischen Eliten (heute!) keine islamisierte Gesellschaft wollen.
    Dass sie so überhaupt nichts Hinderndes unternehmen, und zwar auch zu einem Zeitpunkt, wo das Kippen für jeden nicht Uninformierten absehbar ist – oder wie in Berlin bereits im Gange ist – bedeutet, dass sie es hinnehmen. Die Anbiederung ist unübersehbar.

    Nun gut, mit G.Wheat sind wir uns wohl alle einig, dass die Einwanderung (zunächst) das Ziel hatte, die europäischen Völker sowie ihre nationalstaatlichen Strukturen und Kulturzusammenhänge im Interesse der Globalisierung abzuräumen und zu zerstören. Bei diesem Vorhaben ist man aber – und das ist vielleicht der entscheidende Punkt – inzwischen dabei, über das Ziel hinauszuschießen. Schließlich ist man ja auf dem guten Wege, in Frankreich, Belgien und auch in Teilen Deutschlands eine vergleichsweise homogene muslimische Tradition zu bekommen.

    Ich kann mir nicht recht denken, dass die Eliten das so gewollt haben, aber sie können es nun auch nicht mehr verhindern oder rückgängig machen. Die Sache hat zu viel Eigendynamik entwickelt und wird ja auch von den ganzen Horden der Gläubigen jener linken Zivilreligion vorangetrieben.

    Von daher sind die Eliten willens, sich mit diesen geänderten Verhältnissen zu arrangieren.
    Zum Bremsen fehlt ihnen der Wille, aber auch die Überzeugung, dass es heute überhaupt noch möglich wäre. Und ein echtes Bremsen, wie es uns vorschwebt, würde die Eliten selber ganz rasch in eine gefährdete Position bringen – zumindest aber all das, was sie in den letzten 30 Jahren errreicht haben, wieder aufs Spiel setzen.
    Sie versuchen daher, sich zu arrangieren mit dem, was sie selbst geschaffen oder nicht verhindert haben (d.h. einem immer stärker wachsenden muslimischernAnteil).

    Wenn Sie schreiben: „Sie [die NWO-Eliten] wollen keinen dominierenden Dar ul Islam UND sie wollen kein handlungsfähiges Europa der Vaterländer.“ dann stimme ich da im Prinzip schon zu, aber den Eliten fehlt inzwischen die Macht, um „Dar ul Islam“ zu verhindern – und sie versuchen es ja nicht mal. Nun steht die muslimische Mehrheitsgesellschaft eben vor der Tür. Oder um mit Merkel zu sprechen: „Nun sind sie eben da.“
    Die Eliten meinen allerdings, auch das mit „global governance“ regeln und managen zu können.
    Sie sind echt überzeugt, dass sie mit ihrem Instrumentarium, z.B. universitäre Imamausbildung in Deutschland, vom Staat einzuziehende „Moscheesteuer“ analog zur Kirchensteuer, die gezielte Begünstigung scheinbar willfähriger Gruppen bei gleichzeitiger Repression gegen widerständige Gemeinden usw. die Sache in den Griff kriegen.
    Oder sie hoffen es zumindest, denn offene Zweifel werden nicht veröffentlicht.

    Anders formuliert: Nun, da die muslimische Mehrheitsgesellschaft absehbar ist, sind unsere Eliten für die muslimische Mehrheitsgesellschaft. Zumindest sind sie nicht dagegen. Sie lassen es zu, lassen es laufen und damit wird es eine Frage der Zeit.

    Vielleicht wird sogar der Versuch unternommen werden, einen neue ökumenischen Kult aus Teilen der EKD und sog. Reformmuslimen zu basteln. Einzelne Verlautbarungen der EKD wiesen ein wenig in diese Richtung. Mal abwarten.

    Meine Meinung dazu ist, dass das alles einem Jonglieren mit allzu vielen Kugeln gleicht.
    Zu diesem Glauben, man könnte das schon alles jonglieren, passt übrigens wunderbar ihr Satz …
    „Es würde mich nicht im Geringsten wundern, wenn schon Morgen die EU die nächste Kehrtwende einleitet und den Kampf gegen den Islam für alternativlos erklärt und Übermorgen die Salafisten zur neuen Bundeswehr erklärt, um die „Rechten“ endgültig fertigzumachen.“
    Zutrauen würde ich diesen Leuten derart zynische Kehrtwenden, die an „1984“ erinnern, schon.
    Aber ob ihnen das gelingen würde … ? Nicht alles gelingt, nur weil es Mächtige auf der Agenda haben.

    • Lieber Waldgänger,
      der Islam ist (genau wie die katholische Kirche) kein Monolith, da sind in der Tat ALLE Szenarien, die Sie, Wheat oder meine Wenigkeit durchdenken, möglich.
      Nehmen wir zum Beispiel die schiitischen Ismaeliten. Diese entstanden im Mittelalter als Geheimsekte mit dem Ziel, das sunnitische Kalifat und deren Opposition, die „Mehrheits-Schiiten“, zu unterwandern. Ihre Zielgruppe beim Rekrutieren waren die sozial Benachteiligten und frisch konvertierte Völker. Sie schufen mehrere Terrornetzwerke und kleinere Staaten, plünderten sogar Mekka. Als Fatimiden gründeten sie ein eigenes Kalifat in Nordafrika, ihr Herrscher Al Hakim trug durch Zersörung der Grabeskirche und Christenverfolgungen maßgeblich zu den Kreuzzügen bei, aus seinem Umfeld gingen die Impulse zur Gründung der Assassinen (welche zeitweilig mit den Templern und Richard Löwenherz zusammenarbeiteten!) und der Geheimsekte der Drusen aus. Als sich im Islam die sunnitischen Osmanen und schiitischen Sawafiden durchsetzten, gingen die Ismaeliten in den Untergrund, um Jahrhunderte später als Verbündete des expandierenden British Empire wie ein Phönix aus der Asche emporzusteigen. Ihre Führer, die Aga Khan-Dynastie, stiegen bereits im „rassistischen“ 19. Jhr. in die britische Aristokratie auf, spielten eine wichtige Rolle bei der Gründung Pakistans; in der UNO und als märchenhaft reiche Sponsoren. Die Briten kopierten sogar ismaelitische Praktiken, indem sie zur Fraktionsbildung bei den indischen Sunniten die Ahmadiyya und den iranischen Schiiten die Bahai hochpäppelten, zwei synkretistische Religionen die durchaus als Vorbild bei der Fusion von Evangelischem Kirchentag und Zentralrat der Muslime dienen könnten…ich weiß selber nicht, ob ich dies als Scherz meine.

      Die Wahabiten waren ursprünglich eine Opposition gegen die sunnitischen Osmanen, bis sie mit anglo-amerikanischer Hilfe zur Speerspitze der sunnitischen Welt aufstieghen. Sie sind enge Verbündete des Westens und gleichzeitig Finanziers des anti-westlichen Terrors und der Westen bemüht sich krampfhaft, dies nicht mitzukriegen; sie wettern gegen Isreal und arbeiten mit Israel geopolitisch zusammen, was wiederum von den Sunniten ebenso krampfhaft nicht mitgekriegt wird. Und natürlich versuchen alle Cliquen der NWO-Elite, sich gegenseitig zu übervorteilen und zu betrügen. Und während die anglo-amerikanischen Cliquen sich erst seit dem 16. Jhr. formieren, entwickelten sich die islamischen bereits seit dem 7. Jhr. und sind damit kein zu unterschätzender Machtfaktor im Great Game.

      Es gab und gibt sicherlich bei den Eliten mehrere strategische Langzeitpläne, welche-genau wie Sie schrieben- aus dem Ruder gelaufen sind und eine Eigendynamik entwickelten.

Kommentare sind deaktiviert.