Erzbischof Bernardito Auza: Migration und das Recht auf Heimat

Ambrogio Lorenzetti - Allegorie der guten Regierung (Wikimedia Commons/gemeinfrei)

Der philippinische Erzbischof  Bernardito Auza ist Ständiger Beobachter des Heiligen Stuhls bei den Vereinten Nationen in New York. Bei einem der vorbereitenden Gespräche zu einem geplanten globalen Migrationsabkommen der VN regte er an, dass dieses Abkommen das Recht auf Heimat gegenüber Ansprüchen auf Zuwanderung als vorrangig behandeln solle.

Alle Menschen hätten ein Recht auf Heimat, auch Migranten. International solle daher eine Abstellung der Missstände, die Menschen zur Auswanderung bewegen, angestrebt werden, um dieses Recht sicherzustellen. Auswanderung löse die Probleme in den Herkunftsstaaten zudem nicht und erzeuge weitere Probleme, etwa die Förderung von Organisierter Kriminalität und Menschenhandel sowie Spannungen in den aufnehmenden Gesellschaften.

Hintergrund

Die Äußerungen Erzbischof Auzas beziehen sich auf die die katholische Soziallehre, derzufolge Migration so wie alle politischen Fragen im Sinne des Gemeinwohls zu gestalten sei; in diesem Fall im Sinne des Gemeinwohls der aufnehmenden Gesellschaften sowie der Herkunftsgesellschaften. Papst Benedikt XVI. hatte in diesem Zusammenhang 2013 gesagt:

Vor dem derzeitigen soziokulturellen Hintergrund muß jedoch noch vor dem Recht auszuwandern, das Recht nicht auszuwandern – das heißt, in der Lage zu sein, im eigenen Land zu bleiben – bekräftigt werden, um mit dem seligen Johannes Paul II. zu wiederholen, daß „das erste Recht des Menschen darin besteht, in seiner eigenen Heimat zu leben.

Gute Formen von Migration fänden nicht unter Zwang gegenüber Migranten oder zum Schaden der aufnehmenden Gesellschaften statt, sondern unter Bedingungen, in denen das Wohl aller Beteiligten gewahrt bleibe. Illegale Migration sei grundsätzlich als Problem zu bewerten, auch weil sie oft mit Menschenhandel und Ausbeutung von Menschen verbunden sei.  (ts)