Dienstvorhaben: Sicherheit für Konvertiten

Ridolfo di Arpo Guariento - Das Heer der Engel (Wikimedia Commons/gemeinfrei)

In Prien am Chiemsee wurde gestern die mehrfache Mutter Farima S. von einem aus Afghanistan stammenden muslimischen Asylbewerber nach Aussage von Verwandten deshalb getötet, weil sie sich dazu entschieden hatte, Christin zu werden. Es handelt sich bei diesem mutmaßlichen Fall islambezogener Gewalt gegen Christen nicht um einen Einzelfall. Die Islamwissenschaftlerin Christine Schirrmacher hat das Problem des im Islam verbreiteten Umgangs mit zum Christentum konvertierten Menschen hier näher erläutert.

Wir haben eine noch näher vorzustellende Strategie entworfen, auf deren Grundlage  Menschen, die sich mit dem christlichen Erbe Europas identifizieren, im Rahmen von Dienstvorhaben tätige Beiträge zur Bewältigung der Krise Europas und der kulturellen Kontinuität des Christentums in Europa leisten können. Die Umsetzung dieser Strategie beruht auf einer gerade im Aufbau befindlichen Organisation und wird im Rahmen von im kirchlichen Sprachgebrauch als Laienapostolat bezeichneten Dienstvorhaben stattfinden. Der aktuelle Vorfall stellt einen geeigneten Anlass dar, um eines dieser Dienstvorhaben kurz zu beschreiben.

  • Um die anstehenden Herausforderungen zu bewältigen, wird es auch erforderlich sein, den dazu bereiten Muslimen in Europa die Perspektive zu geben, durch Annahme des Christentums kulturell zu einem Teil Europas zu werden.
  • Wie der aktuelle Vorfall sowie zahlreiche andere Vorfälle zeigen, handelt es sich bei  Konvertiten oft um besonders verwundbare Menschen, deren altes Umfeld ihnen oft feindselig begegnet, während sie gleichzeitig noch nicht Teil einer anderen Solidarstruktur sind. Dies erschwert Konversionen und somit auch Integration und ist darüberhinaus damit verbunden, dass Konvertiten einen erhöhten Schutz- und Sicherheitsbedarf haben.
  • Unser Vorhaben wird einen aktiven Beitrag zur Integration, zur Verwirklichung von Religionsfreiheit, zur Regeneration der kulturellen Substanz Europas und zur kulturellen Kontinuität des Christentums in Europa leisten, indem es dazu bereiten Muslimen in Europa, die sich für die Annahme des Christentums entscheiden, Schutz und Sicherheit spendet.

Erste Kontakte zu Hilfsorganisationen, die solche Aufgaben derzeit außerhalb Europas wahrnehmen, bestehen diesbezüglich bereits. Ihre Erfahrungen werden hilfreich dabei sein, ähnliche Unterstützung auch für Konvertiten in Deutschland zu leisten. Die vorliegenden Erfahrungen zeigen jedoch, dass es sich hierbei um eine äußerst anspruchsvolle, mit Risiken verbundene Aufgabe handelt, deren Umsetzung oft nur verdeckt möglich sein wird und besondere Fähigkeiten und Charakterfestigkeit verlangt. (ts)

8 Kommentare

  1. Ihr Dienstvorhaben scheint mir auf mehreren Ebenen problematisch.

    Da ist zunächst einmal die praktische Umsetzung. Wenn ich mir vorstelle, ich wäre zufällig an diesem Tag dort gewesen, hätte ich vielleicht Nothilfe leisten können. Schwierig gegen einen entschlossenen Mann, der mit einem Messer bewaffnet ist, aber nicht unmöglich. Schwere Verletzungen oder mein Tod wären kein ungewöhnlicher Ausgang. Wenn es schlecht läuft, bin ich nachher also nicht mehr da, um meine eigene Familie zu schützen. Wenn ich Erfolg habe, ist anzunehmen, dass ich den Angreifer verletzt habe. Dann wird ein Staatswalt mir vorwerfen, ich hätte bei der Nothilfe nicht „das mildeste Mittel“ eingesetzt. Wahrscheinlich findet sich auch ein Gericht, das diese Auffassung teilt. Neben einer Gefängnisstrafe riskiere ich also auch meine wirtschaftliche Existenz, was wieder zu Lasten meiner eigenen Familie geht.

    Dann gibt des den unwahrscheinlichen Fall, dass ich dem Angreifer sein Messer abnehme, ohne ihn zu verletzen. In diesem Fall wäre mir tatsächlich nichts passiert. Nur ist auch nicht viel gewonnen. Unsere Justiz wird zu dem Ergebnis kommen, dass keine Haftgründe vorliegen. Der Mann kann sich ein neues Messer besorgen und noch am selben Abend einen zweiten Versuch unternehmen.

    Auf einer anderen Ebene gibt es objektiv auf der Welt sehr viele Millionen verfolgte Christen. Christen in Afrika oder anderen Teile der Welt leben anders als wir Europäer. Im christlicher Afrika oder Asien wird keine europäische Kultur gelebt. Wenn wir Millionen verfolgte Christen in Europa ansiedeln, verschwindet in Europa europäische Kultur. Zwar wäre dort dann immer noch eine christliche Kultur, was um einiges besser ist als eine islamische Kultur. Trotzdem ich möchte, dass die europäische Kultur überlebt und auch meine Nachkommen als Europäer unter christlichen Europäern leben können. Ihr Projekt, konsequent umgesetzt, läuft auf eine kulturelle Umwälzung, vielleicht sogar die Vernichtung des Abendlandes hinaus. Es scheint mir das Gegenteil einer kulturellen Regeneration zu sein.

    Schließlich noch die Frage, wozu dieses Dienstvorhaben angehen? Zur Verwirklichung der Religionsfreiheit? Wenn die Afghanin statt zum Christum zum Hinduismus konvertiert wäre, sollen christliche Männer genauso dazwischen gehen und das eigene Leben riskieren? Religionsfreiheit ist kein Wert für den ich mein Leben riskieren werde. Ich habe sogar Zweifel, ob es überhaupt ein Wert ist. Wenn ich die Wahl hätte, würde ich viel lieber in christlichen Gesellschaft als in einer multireligiösen Gesellschaft leben.

    Zudem sollte man nicht vergessen, dass diese Afghanin verheiratet war. Ihr Dienstvorhaben läuft praktisch drauf hinaus eine Scheidung zu unterstützen. Sollte diese Frau nicht besser bei ihrem Ehemann bleiben, ihren Glauben aber nicht provokant in die Öffentlichkeit tragen? Versuchen ihn auch zum Christentum zu bekehren, anstatt sich von im anzuwenden?

    Haben wir als europäische Christen nicht mit dem Schutz unserer eigenen Familien und Gemeinden schon eine gigantische Aufgabe, die uns vielleicht sogar überfordert? Ist das nicht wichtiger als Muslimen in Europa eine Perspektive zu geben?

    • @Karl
      Ich habe das im Kontext so verstanden, dass es um ein Assimilationsangebot für die sehr wenigen Muslime geht die dazu bereit sind und darum den Assimilationsbereiten Unterstützung zu gewähren. Man sollte auch bedenken, dass ein praktisches Vorhaben, das sich auf einem so schwierigen Gebiet bewegt, darauf achten muss, nicht zu sehr zu provozieren, was die Betonung der Anknüpfung an „Religionsfreiheit“ erklären könnte. Auch wäre es angesichts der Schwierigkeit der sonstigen Fragestellungen um die es geht wichtig klarzumachen, dass man sich nicht gegen Muslime richtet, denen man ja immerhin ein freundliches Angebot macht. Und wie an anderer Stelle hier schon angedeutet wurde, wäre das ja nur eines von vielen einzelnen Vorhaben, wobei die anderen genau die Anliegen ansprechen dürften, die Sie erwähnten.

      • Man sollte wirklich jenen Wenigen, die sich assimilieren wollen, dabei helfen, wenn man über Jene klagt, die nicht dazu bereit sind.
        Die geistlichen Führer der Christen im Irak, Syrien und Ägypten sind übrigens in der Mehrzahl gegen die Auswanderung ihrer Leute nach Europa, weil dann nicht nur die europäische Kultur sich verändern, sondern auch das orientalische Christentum untergehen würde.Die guten Leute haben den Futuhad überlebt, Tamerlam und die Osmanen, aber dies heißt noch lange nicht, dass sie Christenfresser von Kaliber eines Kardinal Marx oder Frau „Deutschland muss sterben“ Roth überleben würden.
        Die Älteren unter uns werden sich vielleicht an den Biafra-Krieg erinnern, den Kampf der christlichen Ibo gegen die islamischen Fulbe, Haussa usw. im Nigeria (aus deren Reservoir speist sich heute die Boko Haram). Die Ibo wollten ihr Land in der Mehrzahl nicht verlassen- wohin hätten sie auch gehen können? Die USA, Großbritannien und die UDSSR unterstützten damals einträchtig die nigerianische Armee und die islamistischen Milizen!!! Russland ist zwar inzwischen aus der antichristlichen Allianz ausgeschert, bei den Angelsachsen bin ich da nicht so sicher…

  2. Der problematischste Aspekt an dem hier geschilderten Vorhaben ist die Vorziehung des religiösen Bekenntnisses vor der ethnischen und kulturellen Eigenart. Letztere ist untrennbar mit der Herkunft und damit einhergehenden Geschichte verbunden und weist vermutlich auch eine genetische/biologische Komponente auf. Folglich kann ein Afghane/Araber/Afrikaner etc. durch Bekenntnis zum Christentum nie und nimmer ein europäischer Christ werden. Er bleibt ein afghanischer (etc.) Christ mit den seinem Volk und seiner Kultur entsprechenden Wesenszügen und daraus folgenden Arten der Weltbetrachtung, die nicht per Beschluß angeeignet, sondern ererbt und unnegierbar sind. Daß für solche durch Konvertierung zum Christentum eine Identifikation mit dem christlichen Erbe Europas vorläge, halte ich für einen grundsätzlichen und (sofern konsequent ausgelebt) fatalen Fehlschluß. Im Grunde wird hier eine Art christlichen Universalismus‘ praktiziert, der im Kern der Eine-Welt-Ideologie ähnelt und in religiösem Gewande einherkommt. Sofern nicht konsequent das eigene Volk über die Religion gestellt wird, bzw. der Erhalt der kulturellen Identität allzu sehr mit dem Erhalt des Christentums gleichgesetzt wird, sodaß dieses letztlich als im Range höher stehen betrachtet wird, kann aus einem solchen Vorhaben keine Belebung und Sicherung der spezifisch europäischen Lebensart erwachsen. Es geht nicht um das Christentum, sondern um das europäische Christentum, da es das Christentum an sich ebensowenig gibt, wie es die Menschheit gibt.

  3. Der Islam ist nicht das Problem, sondern die ethnischen die ethnischen Hintergründe aus denen er erwächst. Ja, einige Islam-Konvertiten nutzen den Islam für die Begründung ihrer Mordlust, aber der Islam an sich ist „nur“ ein ethnisches Produkt.

    Diesen Sachverhalt kann man in den USA beobachten. Fast alle Afro-Amerikaner sind christlich, und dennoch ist der ethnische Aspekt der entscheidenste, wenn es um Gewalt gegenüber Weißen geht, auch wenn die Afro-Amerikaner sich oft untereinander die Rübe einschlagen. Dieser Umstand wird natürlich mit wirtschaftlicher Härte relativiert. Das macht man auch ganz gern in Deutschland, wenn es um Türken post 1. Generation geht, die sich mit dem Islam nicht sonderlich identifizieren und eigentlich „deutsch“ und „integriert“ hätten sein sollen, was aber sehr selten der Fall ist. Das „‚Allahu Akbar“ seitens dieser, in ihrem Lebensstil oft durch Alkohol, Drogenkonsum und Sex gekennzeichneten Türken, ist auf Großveranstaltungungen nur ein wir-gegen-die-Ruf und hat oftmals mit Religion wenig am Hut.

  4. Das avisierte Dienstvorhaben erinnert mich an Zeugenschutzprogramme von Polizei/Justiz. Ich hatte beruflich mit „Schützlingen“ zu tun, die in derartige Programme aufgenommen wurden.
    Dazu gehören ein Wohnortwechsel mit der Bereitstellung einer Wohnung, eine Arbeitsstelle, zumindest vorübergehend gewisse finanzielle MIttel für den Lebensunterhalt, evtl. eine andere Identität u.a.m..
    Angesichts dessen scheint mir die Zusammenarbeit mit entsprechenden Behörden unerläßlich zu sein, wobei bereits im Vorfeld abzuklären ist, ob diese dazu bereit sind, wenn es denn die rechtliche Lage zuläßt. .

    • @Konservativer
      Der Ansatz geht tatsächlich in diese Richtung. Alle anderen Punkte werden bei Gelegenheit ausgeführt werden, was dann auch die hier vorgebrachten Kritikpunkte beantworten wird.

  5. Nur ein paar Bemerkungen dazu aus einer funktional-organisatorischen Sicht:
    – Integration von kulturfremden Gruppen kann wenn überhaupt nur über die Religion erfolgen, weil diese der stärkste Identitätsfaktor ist und somit alleine stark genug, um die weitgehende innere Veränderung auszulösen und zu motivieren, die erforderlich wäre damit sich jemand kulturell über die bloße selbstverständliche Beachtung von Gesetzen hinaus integrieren kann.
    – Die Religion, die integrierend im Sinne von assimilierend wirken kann, muss dann allerdings sehr verbindliche Formen haben und sehr großen Wert auf den kulturellen Aspekt legen. Alle Religionen, die auf diese Weise integrierend wirken, haben diese Eigenschaft. Salafisten sind diesbezüglich interessant: Sie sind ausgeprägt multiethnisch zusammengesetzt, verlangen aber vollständige Anpassung und Übernahme arabisch-frühislamischer Kultur. Das erzielt offenbar so belastbare Ergebnisse, dass Salafisten auch unter schwierigsten Bedingungen kaum eindämmbar sind.
    – Wenn man also ein ähnlich belastbares Christentum will, dann müsste es äußerst verbindlich sein und eng mit einer bestimmten Kultur verknüpft sein und weitestgehende Anpassung verlangen. Wem die Salafisten als Beispiel zu extrem sind: Teile des Judentums, Mormonen und bestimmte protestantische Gruppen (etwa Amish) funktionieren genauso.
    – Defacto bewirkt die so erzeugte scheinbare Offenheit für die Aufnahme Fremder eher Abgrenzung, weil die geforderte Verbindlichkeit und Anpassung kaum jemand erfüllen kann oder will. Die kleine Zahl derer, die innerlich entschlossen genug sind, können dann aber auch mit vollständiger Unterstützung durch die Gemeinschaft rechnen, so wie alle ihre Angehörigen.
    – Man errichtet hier also faktisch unter Berufung auf Konzepte wie Offenheit und Religionsfreiheit Gruppenschranken. Jedem Vorwurf in diese Richtung kann man gelassen damit begegnen, dass niemand ausgegrenzt wird und es ja jedem freisteht sich anzuschließen, der die Anforderungen erfüllt.

    @Taurec
    Gerade Iraner und bestimmte Afghanen dürften wenig Schwierigkeiten bei der Integration haben, wenn gemeinsame Abstammung ausschlagebend wäre. Hier ein paar Bilder von Afghanen, die unter Deutschen rasiert und in europäischer Kleidung nicht auffallen würden.
    http://imgur.com/mqdfk11
    https://s-media-cache-ak0.pinimg.com/236x/fb/9f/48/fb9f48d153101b419a504515c5da39c8.jpg
    https://s-media-cache-ak0.pinimg.com/originals/a5/b2/7d/a5b27dd707aa6cbc106d2e70e0db62d3.jpg
    https://c1.staticflickr.com/9/8363/8293682898_2161c61ecb_z.jpg
    http://images.indianexpress.com/2015/02/afghan-girl.jpg

    @G. Wheat
    Meine Beobachtungen zu christlichen Afro-Amerikanern:
    – Diejenigen, die verbindlichere Strömungen des Christentums anhängen, sind deutlich weniger auffällig als Formalchristen. Sie bleiben aber dennoch gerne weiter unter sich und pflegen eigene religiöse Formen, die stärker emotional sind als bei den meisten weißen protestantischen Kirchen. Das gemeinsame Christentum kann hier einigermaßen konfliktfreies Zusammenleben ermöglichen, erzeugt aber tatsächlich keine überethnische oder neue ethnische Identität.

    Eine christliche Menschheitsidentität wird es wohl nicht geben, aber so wie ich es verstanden habe wäre das ja auch gar nicht das Ziel…

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