Gewaltforscher Jörg Baberowski: „Das Deutschland, das wir kennen, wird durch die Masseneinwanderung verschwinden“

Iwan Aiwasowski - Ansicht Konstantinopels (gemeinfrei)

Der an der Humboldt-Universität zu Berlin lehrende Historiker und Gewaltforscher Jörg Baberowski gehörte zu den wenigen Stimmen in Deutschland, die nach der Entscheidung der Bundesregierung zur Öffnung der Grenzen für illegale Migranten im Sommer 2015 die absehbaren Folgen weitgehend richtig erkannten und davor warnten.

Baberowski hatte damals u.a. die folgende Warnung ausgesprochen:

Und das Deutschland, das wir kennen, wird durch die Masseneinwanderung verschwinden. […] Es ist das Deutschland, das auf einem christlichen Wertefundament beruht. All das, was uns lieb und teuer war, womit wir unserem Leben bislang einen Halt gegeben haben, muss sich ändern, weil Menschen aus einem anderen Kulturkreis kommen und auch andere Vorstellungen davon haben, wie wir leben sollen.

Aktivisten reagierten auf seine Warnungen mit einer Kampagne, die mit aus dem Zusammenhang gerissenen oder erfundenen Zitaten versuchte, Baberowski persönlich zu diskreditieren. Obwohl der Gang der Ereignisse Baberowskis Warnungen bislang  bestätigte, wagten es im von den Aktivisten erzeugten Klima der Einschüchterung vorerst  nur wenige Stimmen, Baberowski öffentlich gegen unsachliche und beleidigende Anfeindungen zu verteidigen.

Er selbst hat sich in einem aktuellen Interview zu der Kampagne geäußert:

Linksextremisten […] wollen jeden, der nicht in ihr Weltbild passt, zum Schweigen bringen. Man nennt jemanden einen Rechtsextremisten, und schon ist der Stigmatisierte vom Gespräch ausgeschlossen. Alle anderen haben Angst, weil sie nicht auch in den Klub der Rechtsradikalen aufgenommen werden wollen. Auf diese Weise können Fanatiker, denen sonst niemand zuhört, ohne großen Aufwand einen Machtgewinn erzielen. Das funktioniert in Deutschland immer, und deshalb bedienen sich Linksextremisten dieser Waffe. […]  Die Linksextremisten aber lesen keine Bücher, sie wollen auch nichts verstehen, sondern denunzieren und stigmatisieren. […] Diese Stalinisten sind böse, sie richten Schaden an, zerrütten das Leben anderer Menschen. Sie interessieren sich überhaupt nicht für das, was ihre Opfer sagen oder schreiben. Aber man kann die Täter beim Namen nennen und beschreiben, was sie tun.

Er kritisiert in diesem Zusammenhang, dass die Unterstützung solcher Kampagnen und Einschüchterungsversuche nicht auf Extremisten beschränkt ist:

Im September 2015 aber, auf dem Höhepunkt der staatlich inszenierten Willkommenseuphorie, wurde ich von den Tugendwächtern in der Politik und in den Medien als Störenfried wahrgenommen, der vom Gespräch ausgeschlossen werden musste.

Nun haben auch zahlreiche an deutschen Universitäten lehrende Professoren und andere Persönlichkeiten ihre Unterstützung für Baberowski erklärt und die gegen ihn gerichtete Kampagne verurteilt. Sie nähmen  „mit Betroffenheit zur Kenntnis“, dass die gegen Baberowski gerichtete Kampagne „darauf abzielt, über die Reputation eines herausragenden Fachgelehrten hinaus die wissenschaftliche Streitkultur in unserem Land dauerhaft zu beschädigen.“

Tatsächlich ist eine solche Streitkultur eine der Voraussetzungen dafür, existentielle Herausforderungen wie jene, die in Folge von ungesteuerter Massenzuwanderung entstehen, zu erkennen und angemessene Maßnahmen zu ihrer Bewältigung zu finden.

Diese Herausforderungen betreffen nicht nur Fragen des Gemeinwohls sondern auch die Zukunft des Christentums in Deutschland und Europa unmittelbar und mit überwiegend negativen Folgen. Auch aus einer christlichen Perspektive wäre daher die Förderung einer solchen Streitkultur und die Beteiligung an ihr eine verantwortungsvollere Entscheidung als die Unterstützung jener utopischen Ideologien, die den diesbezüglichen Fehlentscheidungen meist zugrunde liegt und trotz der immer deutlicher sichtbar werdenden Folgen dieser Entscheidungen begründete Warnungen wie die Baberowskis beharrlich ignoriert. (ts)