Camille Paglia: Die Ablehnung von Männlichkeit in Spätphasen von Kulturen

Lawrence Alma-Tadema - Die Rosen des Heliogabalus (Wikimedia Commons/gemeinfrei)

Die amerikanische Kulturwissenschaftlerin Camille Paglia beschrieb vor einiger Zeit im Zusammenhang mit Versuchen zur Auflösung traditioneller Konzepte von Geschlechteridentität, dass westliche Kulturen der Gegenwart sich in dieser Hinsicht so verhalten würden wie untergegangene Kulturen in ihren Spätphasen.

In diesem Video beschreibt sie ab Minute 04:00, dass es für die Spätphasen von Kulturen typisch sei, dass in ihnen Vorstellungen abgelehnt würden, die Männlichkeit etwa über physische Durchsetzungsfähigkeit oder die Zeugung von Nachkommen definieren.

Jene Spätphasen-Kulturen hätten sich über die vermeintlichen Fesseln von Tradition und Natur erhaben gefühlt und wären noch in ihrem Scheitern von der Überlegenheit ihrer Ablehnung von Männlichkeit überzeugt gewesen, während sich an ihrer Peripherie Herausforder formiert hätten, deren Vorstellung von Männlichkeit eine „heroische Maskulinität“ gewesen sei. Diese Herausforderer hätten dann die Existenz der entmännlichten Kulturen beendet. Es gäbe in diesem Zusammenhang einen seltsamen Kontrast zwischen aktuellem Genderaktivismus in westlichen Gesellschaften und dem Erstarken von Kräften wie dem Islamischen Staat.

Passend dazu stellten deutsche Medien heute die Ideen des Feministen Jack Urwin, vor, der etwa die Vorstellung ablehnt, dass Männer Eigenschaften wie Stärke und Mut entwickeln sollten.

Im traditionellen christlichen Verständnis ist es die natürliche Pflicht des Mannes, dienend und schützend für die eigene Familie und das Gemeinwesen einzutreten und die dazu erforderlichen Fähigkeiten herauszubilden. Die Bekämpfung dieses Verständnisses im Zuge von Versuchen zur Auflösung traditioneller Vorstellungen von Geschlechteridentität nimmt einem Gemeinwesen seinen Schutz und macht dabei insbesondere seine schutzbedürftigsten Angehörigen verwundbar, die dadurch jenen ausgeliefert werden, die sie als Beute betrachten. Spätestens an Silvester 2015 wurden auch in Deutschland die Konsequenzen der Durchsetzung entsprechender Ideologien sichtbar. (ts)

5 Kommentare

  1. @Mitropa

    Ich bin kein Anhänger von Wüstenromantik, aber soweit ich mich entsinne, definiert PE momentan seinen Anstrich. Im Kern stehen Männer, für die praktische Krisenbewältigung kein Fremdwort ist – hoffe ich zumindest. Zweitens, leben wir nicht in einer Zeit, in der wir beim Anstrich wählerisch sein dürfen. Drittens, abgesehen von einigen an Gottedienst anmutenden Beträgen, sind die von PE vertretenen Einstellungen gegenüber bestimmten Verfallserscheinungen durchaus vom Christentum unabhängig und somit ünterstützungswürdig.

    Ja, ich störe mich auch häufig an der Aufmachung, aber eine Raufasertapete hat noch keinen umgebracht (es sei denn man reibt sich zu oft daran).

    • @G. Wheat
      Über die Veränderungen, die Mitropa ansprach, haben wir ja ausführlichst diskutiert. Aber ich kann Sie beruhigen: Denen, die auch nach den Veränderungen noch dabei waren, ist praktische Krisenbewältigung in der Tat kein Fremdwort, und sobald hier alles den nötigen Reifegrad hat (was bald der Fall sein wird) wird der eine oder andere davon auch aus der Anonymität treten.
      Was die Gründe für die angesprochenen Veränderungen angeht, so wird es vielleicht noch gelingen, diese für manche nachvollziehbarer zu machen. Ich kann hier vorerst nur widerholen, diese aus der Auseinandersetzung mit der Frage entstanden, worin letztlich Wurzel der Auflösungserscheinungen liegt, die hier behandelt werden.

      • Praktische Krisenbewältigung haben auch die anderen im Auge. Stichwort #EUGunban
        und auch wenn die Grünen am 10.3 mal wieder abgeblitzt sind, das AR Verbot werden die nicht aus den Augen verlieren. Das 30er Verbot war ja schon mal ein indirekter Teilerfolg für die. Klar, dafür gibt es andere Seiten, aber die alten Beiträge hier waren sehr nüchtern, kenntnisreich und konnten problemlos weitergeschickt werden. Sie haben jeden, der wenigstens noch über 5g kritische Gehirnmasse verfügt, angesprochen und luden zum eigenständigen weiterdenken ein. Jetzt ist es zu speziell und ich müsste wohl mit jedem eine Diskussion über die Diskrepanz zwischen dem hier postulierten und dem was z.B der Woelki den lieben, langen Tag von sich gibt, führen. Dafür fehlt mir die Zeit und die Lust.
        Aber ich lasse mich mal überraschen, was das letztendlich hier werden soll, wobei ich nicht über große Phantasie verfüge. Mir wäre eine Art 0/500 lieber als ein katholisches Wolves of Vinland.

  2. Ich muß gestehen, seitdem das hier zum virtuellen Kloster mutiert ist, steht für mich kaum noch irgendetwas interessantes hier. Das war mal anders. Schade!

  3. Nach dem Schwarzen Silvester von 2015/2016 wurde ich von Landsleuten gefragt, ob die Frauen in Köln ihre Freunde oder Ehemänner nicht dabeigehabt hätten, denn nirgends würde man von Schlägereien oder verletzten Männern hören oder lesen.
    Darauf habe ich geantwortet, dass A) sich wehrende deutsche Männer von der Polizei wegen Selbstjustiz und rassistischer Übergriffe verhaftet worden wären und B) westdeutsche Männer in Allgemeinen gar nicht wissen, wie man sich oder seine Frau verteidigt. Bezeichnenderweise fanden die allermeisten Übergriffe nicht in den mitteldeutschen Bundesländern statt, denn dort haben die Antänzer mit Widerstand gerechnet.
    Für uns waren Schulhofrangeleien eine ganz normale Sache, doch heute gibt bei solchen Prügeleien zwei Szenarien: A) die Rabauken sind Deutsche oder „deutschähnliche“ Europäer, in diesem Fall werden die Eltern der Beteiligten, der Schulpsychologe etcetc einbestellt und wehgeklagt B) die Rabauken oder zumindest die Schläger sind Gäste aus anderskulturigen Gefilden- da wird der Ball flachgehalten, denn ihr Verhalten wird als Hilferuf an die kaltherzige Gesellschaft bzw. kulturelle Eigenheit gedeutet. Kein Wunder, dass sich Bikerclubs und Hooligans über mangelnden deutschen Nachwuchs beklagen.
    Mag sein, dass sich Geschichte nicht wiederholt, aber viel ändern tut sich auch nix.

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