Bischof Rudolf Voderholzer: Zweifel an der Integrierbarkeit des Islams

Iwan Aiwasowski - Ansicht Konstantinopels (gemeinfrei)

Die Präsenz des Islams und ihre Folgen werden in den kommenden Jahrzehnten eine der zentralen Herausforderungen sowohl für das Christentum in Europa als auch für europäische Gesellschaften im Allgemeinen darstellen.

Der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer gehört in diesem Zusammenhang zu den Stimmen in der Kirche, die bereits frühzeitig  und zutreffend auf die erwartbaren Folgen der laufenden Welle irregulärer Migration aus dem islamischen Kulturkreis realistisch bewerteten.

Zweifel an der Integrierbarkeit des Islams in Europa

Vor einigen Tagen hat Bischof Voderholzer vor der Hintergrund der seit 2015 verstärkt zu beobachtenden Entwicklungen erneut grundsätzliche Zweifel an der Integrierbarkeit des Islams in Europa geäußert. Der Islam sei eine „postchristliche Erscheinung, die mit dem Anspruch auftritt, die Kerngehalte des Christentums zu negieren“:

„Nur wer seinen eigenen Glauben entweder nicht kennt oder nicht ernst nimmt, kann hier eine weitreichende Integration des Islam als Islam für möglich halten.“

Die Kulturen Europas seien das Ergebnis von Jahrhunderten christlicher Durchformung und ihr Schicksal „unser aller Sorge wahrlich wert“. Wer sich um diese Kulturen sorge, dem dürfe man aus christlicher Perspektive daher nicht „alle möglichen pathologischen Phobien unterstellen“. Von einer auf Negation des Christentums beruhenden Kultur sei keine erfolgreiche Integration in eine christlich geprägte Kultur zu erwarten.

Stärkung der christlichen Identität Europa als Antwort auf islambezogene Herausforderungen

Bereits zuvor hatte Bischof Voderholzer darauf hingewiesen, dass Migration und Intergration“zuallererst eine Herausforderung für unsere eigene Identität“ seien:

Nur ein Land mit starker eigener Glaubenssubstanz und kultureller Identität kann andere integrieren. […] Sorgen macht mir hier weniger eine möglicherweise drohende islamische Überfremdung, als vielmehr die eigene Lauheit, die abnehmende Glaubenssubstanz in unserem christlichen Abendland […]. [W]ir stehen wahrhaft vor großen Herausforderungen. Die größte ist die der Stärkung der eigenen Identität und der Glaubenssubstanz. „

In diesem Zusammenhang warnte Voderholzer vor dem Kampf gegen die christliche Identität Europas im Namen des Multikulturalismus.

Für eine realistische Bewertung islambezogener Herausforderungen

Säkularer Egalitarismus und Relativismus ist häufig mit der Neigung verbunden, jeglichen Bewertungen, Unterscheidungen und Bennenung essentieller Unterschiede und Ansprache ihrer Folgen auszuweichen. Es besteht diesbezüglich die Sorge, auf illegitime Weise zu „diskriminieren“ und „auszugrenzen“ und dadurch vermeidbare Konflikte zu erzeugen.

Wo essentielle Unterschiede jedoch objektiv existieren, ist dieses Denken nicht realitätsgerecht und führt zu falschen Entscheidungen. Ein Christentum, das sich dem Gemeinwohl verpflichtet fühlt, muss sich solchen Tatsachen daher stellen und sich dazu von ihm wesensfremden egalitaristischen und relativistischen fernhalten.

Es kann sich den damit verbundenen Herausforderungen dabei ohne die Tendenz zu pauschaler Islamfeindlichkeit stellen, die als anderem Extrem zum Teil mit säkularer Islamkritik verbunden ist. Diese Kritik wirft dem Islam häufig auch seine kulturellen Stärken vor und beruht oft auf allgemeiner Ablehnung von Religion.

Eine christliche Auseinandersetzung mit diesen Herausforderungen lenkt den Blick zudem zunächst auf die eigene Schwäche und ihre Rolle bei dem Entstehen der Herausforderungen. In diesem Sinne zeigt Bischof Voderholzer, wie eine realistische christliche Auseinandersetzung mit islambezogenen Herauforderungen aussehen kann. (ts)