Robert Putnam: Negative Auswirkungen kultureller Heterogenität auf Gesellschaften

Ambrogio Lorenzetti - Die Allegorie der schlechten Regierung (Wikimedia Commons/gemeinfrei)

Der an der Universität Harvard lehrende amerikanische Politikwissenschaftler Robert Putnam erforscht die Entwicklung kulturell heterogener Gesellschaften am Beispiel der USA und hat vor einiger Zeit eine Zusammenfassung seiner Ergebnisse vorgestellt. Je heterogener eine Gesellschaft sei, desto schwächer ausgeprägt seien demnach etwa ihr innerer Zusammenhalt und die Bereitschaft, sich mit ihr zu identifizieren.

In the short run […] immigration and ethnic diversity tend to reduce social solidarity and social capital. New evidence from the US suggests that in ethnically diverse neighbourhoods residents of all races tend to ‘hunker down’. Trust (even of one’s own race) is lower, altruism and community cooperation rarer, friends fewer. … In the short to medium run… immigration and ethnic diversity challenge social solidarity and inhibit social capital.

Bewertung

Putnams Studie stützt die These, der zufolge Gesellschaften, die nicht über eine geteilte kulturelle Grundlage verfügen, weniger krisenfest sind als solche, bei denen dies der Fall ist. Solche Gesellschaften neigen in schwierigen Zeiten, etwa im Zuge von Wirtschaftskrisen, zu Werte- und Verteilungskonflikten, die bis hin zu bewaffneten Konflikten eskalieren können. (mw)